Foto: Christoph Grygo aus Krutyn, Ostrokollen Kreis Lyck
Foto: Christoph Grygoaus Krutyn, OstrokollenKreis Lyck

Die Geschichte der Kirche und des Ortes Warpuhnen

Die evangelische Kirche und das Dorf Warpuny/ Warpuhnen

Der Ort Warpuhnen wurde von dem Pruzzen Sangloben auf dem Land gegründet, das ihm im Jahre 1373 der Hochmeister des Deutschen Ordens Winrich von Kniprode geschenkt hatte. Der Name für das Dorf stammt von „Warpune“, einem der Söhne Sanglobens.

Heute gehört Warpuny zur Gemeinde Sorkwity (Sorquitten) im Regierungsbezirk Ermland und Masuren.

Die auf einer Anhöhe gelegene evangelische Backsteinkirche (Grundsteinlegung 17.07.1881), deren 30 Meter hoher Turm die ganze Gegend überragt, wurde schon nach nur einjähriger Bauzeit im Jahre 1882 vollendet.

Sie wurde nach Entwürfen des Kirchenbaurates Friedrich Adler gebaut.

 

Adler war Absolvent der Schinkel-Schule und prägte als langjähriger Kirchenbaudezernent maßgeblich den preußischen Kirchenbau des späten 19. Jahrhunderts. Er hat auch die Deutsche-Evangelisch-Lutherische Erlöserkirche in Jerusalem gebaut.

Die denkmalgeschützte Kirche in Warpuny/Warpuhnen stellt mit ihrer originalen Bausubstanz und der erhaltenen Ausmalung im Innern ein einzigartiges Zeugnis dar.

Es ist eine schmucke, stolze Kirche mit einer schlichten Innenausstattung, aber schon damals wurde eine Fußbodenheizung eingebaut, eine sogenannte Koks-Warmluft-Heizung.

In der Kirche gibt es 664 Sitzplätze und alle haben das wunderbare Altarbild mit dem auferstandenen Herrn vor sich.

Die Kanzel ist in Kelchform gearbeitet und mit einem kostbaren Schnitzwerk versehen.

Rechts ist der freistehende Taufstein angeordnet.

Die berühmte 13 Register-Orgel aus der Orgelwerkstatt Terletzki aus Elbląg/Elbing  ist zurzeit nicht spielbar, sie soll aber im Jahre 2020 renoviert und saniert werden, denn die als hervorragend gerühmte Akustik des Kirchenraumes ist geradezu prädestiniert für musikalische und kulturelle Veranstaltungen. (Sehen Sie auch die Seite „Orgel“)

Die drei Turmglocken wurden im Krieg eingeschmolzen und später durch Bronzeglocken ersetzt, die dann in den sechziger Jahren an die Kirche in Cisownica (Schlesien) verschenkt wurden. (Sehen Sie auch die Seite „Glocken“)

1866 entstand in Warpuhnen eine evangelische Pfarrgemeinde. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte das Dorf 600 evangelische Einwohner und weitere 2400 in elf Ortschaften, die dem Kirchspiel zugeordnet waren.

Der erste Seelsorger war Pfarrer Kelch. Die Gottesdienste wurden bis Ende 1939 in deutscher und masurischer Sprache gehalten. Danach wurde die masurische Sprache in der Kirche verboten. Der letzte deutsche Pfarrer war bis 1945 Pfarrer Erich Schimba. Dann wurde auch die deutsche Sprache verboten.

Nun fanden die Gottesdienste nur auf Polnisch statt, aber die Kirchenlieder hat die Gemeinde bis in die fünfziger Jahre auch auf Deutsch gesungen.

Die polnischen Pfarrer waren seitdem:

  •  nach 1945 Pfarrer Alfred Jagucki
  •  ab 1952 Pfarrer Wilhelm Firla
  •  ab 1986 Pfarrer Krzysztof Mutschmann

 

In den fünfziger Jahren zählte die Kirchengemeinde noch 2000 evangelische Gemeindeglieder. Nach der Flucht und Vertreibung und im Zuge der Familienzusammenführung schrumpfte die Gemeinde rapide auf nur einige 100 und hat heute leider keine mehr.

Nachdem die Gottesdienste in der Kirche wegen der geringen Besucherzahl eingestellt worden waren, fanden sie zum Schluss im Gemeindesaal in Warpuny statt.

„Schönster Schmuck und Zier waren die Gottesdienstbesucher in dem immer voll besetzten Gotteshaus“, sagte der letzte deutsche Pfarrer Schimba.

 

Sehen Sie mehr auf der Wikipedia-Seite, auch die interessante Beschreibung der drei Fenster.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Warpuny

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